Länger werde die autofreie Friedrichstraße!

Gespräche ohne Ende, ein Handelsverband der nichts neues will, uneinsichtige Autofahrer… Was hat diese einzige Umsetzung von einem paar hundert Metern autofreier Straße nicht alles für Staub in den Medien auf gewirbelt!

Subjektiver Eindruck

Und nun steht da nicht nur mein subjektiver Eindruck, dass in der Friedrichstraße, obwohl „Winter“ und so, doch so etwas wie Leben eingekehrt sei, nicht nur nicht alleine im Raum, sondern man denkt auch ganz offiziell über eine weitere Verstetigung nach:

Noch mehr autofreie Stadt in der Umgebung?

Nun ist auch die Baustelle der U5 beinahe komplett verschwunden und man denkt nun auch wieder daran, dass nicht nur die Friedrichstraße an sich nicht auf Autoverkehr angewiesen ist, sondern man die Strecke zwischen dem Brandenburger Tor und (nach meiner Ansicht) dem Alexanderplatz verkehrstechnisch neu verteilen, lebenswerter gestalten und vor allem von unnützem Autoverkehr befreien könnte.

Darüber wolle man ab Mitte des nächsten Jahres reden.

Fast immer formiert sich dagegen Widerstand: Gewerbetreibende sorgen sich um die Erreichbarkeit ihrer Geschäfte, Anwohner um die Nachtruhe wegen lärmender Straßenpartys, Pendler um die gern genutzte Abkürzung. Fast immer ist es dann aber so: Die Bedenken lösen sich in Luft auf, in den Geschäften steigt der Umsatz, die Menschen nutzen die neuen Freiräume.

Erst sind alle dagegen – und dann dafür, Spiegel-Online

Keiner muss da lang

Fakt ist ja tatsächlich, dass es entlang dieser Trasse kaum einen echten Anlass für motorisierten Individualverkehr gibt, der nicht über die Seitenstraßen abgewickelt werden könnte.
Mit der U5 entfällt auf der Strecke sogar die Notwendigkeit parallel fahrender Buslinien.

Dagegen wäre es ein Gewinn für alle Bürger und auch Besucher dieser Stadt, wenn diese Achse voller Sehenswürdigkeiten von Autos befreit werden könnte, die ja ohnehin irgendwo vor dem Brandenburger Tor abfahren müssen, da sie das Brandenburger Tor ja nicht passieren dürfen.

Es stellte also gar kein Problem dar, das Stück der bisher autofreien Friedrichstraße dann bis Unter den Linden zu verlängern und zu verstetigen…

Probleme lösen

Natürlich müssen nicht nur in der schon bestehenden Friedrichstraße sondern auch auf einer solchen Trasse entlang von Unter den Linden noch ein paar Probleme gelöst werden:

Natürlich muss es Lieferzeiten und Lieferzonen für die Lieferanten des anliegenden Gewerbes geben, die nicht genau an der Straßenecke liegen oder etwa, wie das Hotel Adlon z.B., schon jetzt nicht zu viele Zufahrtsmöglichkeiten haben.
Das ist machbar und auch lösbar: Lieferanten, Paketdienste und Speditionen können sich an solche Zeiten halten und müssen eben nicht zu unbestimmten Zeiten dort auftauchen.

Nein, auch nicht der dusselige Geldtransporter der oft neben dem U-Bahnhof Stadtmitte in die autofreie Zone einfährt!

Außerhalb dieser Zeiten müssen sie einfach draußen bleiben.

Ein Fehler der autofreien Friedrichstraße sind nach wie vor fehlende Parkmöglichkeiten für Radfahrer zwischen den Querstraßen.
Die vorhandenen Möglichkeiten sind total erschöpft und spontanes Halten mit Besuch eines Gewerbetriebs fällt dazwischen für Radfahrende eher aus, wenn man keinen Platz für das Rad findet.
Übrigens fahren viele Autofahrende auch einfach woanders hin, wenn sie keinen Parkplatz vor der Tür finden…

Auch wenn uns alle und den Gewerbetreibenden der Friedrichstraße sicherlich die Regulierungen während der Corona-Pandemie hin und wieder ein bis mehrere Knüppel zwischen die Beine werfen, sollte man eines aber nicht vergessen:
Die Friedrichstraße existiert, seit dem sie autofrei ist, wieder auf der Liste der Ausflugsziele und damit im Bewusstsein der Menschen!

Wenn es gelingt, dies zu verstetigen und weiter auszubauen, dann werden wir uns fragen warum hier jemals Autos fahren mussten und als Gewerbetreibender werden sie sich fragen, ob der Handelsverband sie eigentlich immer richtig berät…

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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