2020 und die Folgen für die Politik

Bis zu letzten Minute des Jahres hat uns 2020 gezeigt, was wir von #Eigenverantwortung, „gesundem Menschenverstand“ und #Selbstregulierung zu erwarten haben: Es wird von vielen zu ihrem eigenen „Wohl“ ignoriert. Das hat Folgen.

Wir haben genug gehört!

Auch wenn es weniger war:
An der Laustärke rund um dem Jahreswechsel ist es niemandem verborgen geblieben, dass die Aufforderung und das inländische Verbot des Feuerwerksverkaufs nur minder gut funktioniert haben.
Ein Teil der Bevölkerung ist auch hier bereit Gesetze und Anordnungen zu umgehen und ungeniert Ordnungswidrigkeiten und mehr zu begehen um aus egoistischen Motiven auch diesmal Böller zünden zu können.

Das Ganze Jahr über wechselte der Pokal für Pandemie-Unvernünftigkeit quer durch fast alle Menschengruppen der Nation:
Das Partyvolk aus Ischgl, dass zu Hause gleich noch Karneval feiern muss, Touristen, die nicht aufs Reisen verzichten wollen, Kapitalisten die ihre Arbeiter (noch immer) in Käfighaltung halten, damit der Rubel rollt und das „leckere“ Fleisch für 1,99 € dem deutschen Michel nicht ausgeht, zurück zum Partyvolk in Restaurants und Parks im Sommer, den allgemeinen Maskenverweigerern, Aluhüten und Schwurblern und natürlich ganzjährig der Politik.

Beteiligt waren auch alle Altersgruppen bis auf jene die derzeit zuerst geimpft werden, denn die hatten von diesem ganzen Volks-Egoismus tatsächlich nur Nachteile: Einmal Oma besuchen konnte ein ganzes Altenheim umbringen.

Wir haben genug gehört von halbherzigen, unvernünftigen und unausgegorenen Entscheidungen von Politikern rund um den Erdball deren Ziele der purer Industrielobbyismus, Wahlkampf und Wirtschaft, aber erst an letzter Stelle das Wohl des Volkes im Sinn haben!
Wir haben auch genug von Entscheidungen, die selbst trotz anderslautender Umfragen oder Meinungsbilder jegliche Meinung des Volkes ignorieren!

Das hat Folgen…

Die Folgen betreffen künftig alle Felder der Politik und natürlich auch den verkehrspolitischen Bereich:
Z.B. ist hinlänglich bewiesen, dass die Anregung zur Vernunft, also die bloße Ermahnung von Menschen die ihr Fahrzeug regelwidrig abgestellt haben, nichts bringt.
Kontrolle, Abschleppen und Bußgelder sind es, die gefürchtet werden und die Menschen zum Einlenken bewegen werden.

Es ist längst im realen Leben bewiesen, dass Städte mit wenig Parkplätzen und viel Fahrrad-Infrastruktur gut funktionieren, dass fahrradfreundliches Kreuzungsdesign funktioniert, dass niemand eine Helmpflicht für Radfahrer braucht, sondern Regulierung der Haupt-Unfallschuldigen, die zu über 75% eine Auto fahren.

Es bedarf keiner Evaluation einer Maßnahme für eine autoarme oder -freie Zone in der Stadt, sondern lediglich guter Planung, die die Zuliefer- und Vertriebswege der in diesen Zonen sitzenden Gewerbeunternehmen berücksichtigt.
Es darf keine Abwägung zwischen Geschäftsinteressen und Verkehrstoten oder Verkehrsicherheit mehr geben.

Die Reduzierung und Verteuerung von öffentlichem Parkraum ist Pflicht um dem Verkehrschaos in der Stadt Herr zu werden und natürlich muss dafür der ÖPNV auch weiter ausgebaut werden, da ist immerhin die BVG ja schon auf dem Weg in die richtige Richtung.
Der Ausbau des ÖPNV ist übrigens in den Außenbezirken am wichtigsten, denn im berühmten „S-Bahn-Ring“ kann man kaum hinfallen ohne damit irgendeine Station des ÖPNV zu erreichen.

Die PopUp-Radwege sind zu verstetigen und sogar zu einem Netz zu erweitern, den 2020 hat auch gezeigt, dass das Potential, welches für den Radverkehr noch in der Stadt schlummert. Mehr vom Auto- und Fußverkehr getrennte Verkehrsflächen für den Radverkehr lösen dann auch die meisten der Probleme die der zusammengedrängte Mischverkehr jenseits der „Auto“-Spuren heute noch hat.

Dienstwagenprivilegien und Autokaufprämien müssen entfallen. Mit dem Auto viele Kilometer zur Arbeit zu pendeln muss teuer werden.
Fahrkarten werden schließlich auch mit der Entfernung teurer.

Deutschland braucht wirklich alles, aber keine neuen Autobahnen und Regionalflughäfen mehr!

Was ist daran neu?

Natürlich werdet ihr jetzt fragen, was an diesen Forderungen eigentlich neu ist:
Es wird die Entschiedenheit sein, mit der sie gefordert werden!

Wir wissen nun endgültig, dass die Politik uns bei allen Themen, die UNS auf den Nägeln brennen nur hilft, wenn wir ihnen permanent auf den Füßen stehen und ihnen Bilder liefern, die sei nicht sehen wollen und in ihren Jahresrückblicken ignorieren können!

Wir wissen nun, das wir selber ran müssen, wenn wir was bewegen wollen, was bedeutet das es, sobald das wieder möglich ist, Demos und Aktionen geben muss, die an Zahl und Größe nicht zu „übersehen“ sind.
Es ist außerdem Wahlkampf. Wir müssen buchstäblich jeden Politiker das ganze Jahr über mit Fragen zu Themen löchern, die sie nur ungerne beantworten.

Dazu brauchen wir aber auch einmal Journalisten, die ausufernde, nichtssagende Antworten eben nicht durchgehen lassen und mit Fragen nachhaken wie „… sehr nett, aber würden sie bitte die Frage konkret beantworten?“.

Auf Berlin bezogen bedeutet das, kurz ausgedrückt:

Auch wir Menschen selber sollten mal in uns gehen und uns, rückblickend auf das letzte Jahr, fragen, ob alles so vernünftig war, was wir aus und mit den Anordnungen der Pandemie gemacht haben:

Fünfzig Kilometer pro Stunde sind in der Stadt die gesetzlich vorgegebene Höchstgeschwindigkeit.
Natürlich darf man dann auch 50 fahren, aber das sollte die Ausnahme und nicht der regelhaft übertretene Fall sein.

Man konnte letzten Sommer an den Ballermann fliegen, aber musste man das auch?

In Polen Böller kaufen, war das notwendig?

Freiheit bedeutet eben auch nicht alles zu tun was möglich ist, sondern ist auch die Freiheit zu verzichten.
Regeln übertreten ist keine Freiheit, nur Unrecht und unsolidarisch.

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

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