Rumstehende Fahrräder

Nicht nur ewig rumstehende Autos sind ein Problem, sondern auch Fahrräder, die an ihrem Abstellort vor sich hin rosten.

Kein Platz für Radfahrer

In der Wohnsiedlung in der ich lebe gibt es löblicherweise vor (fast) jeder Tür ein paar Bügel an denen man sein Fahrrad abstellen kann, wenn das mal notwendig ist.

Da sollten sich sicherlich, dass haben sich bestimmt auch die Architekten mal so gedacht, Räder von Leuten hin, die hier jemanden besuchen, oder die Räder von Bewohnern, die ihr Fahrzeug nicht immer gleich in den, sehr praktisch im Keller gelegenen , Fahrradkeller bringen wollen.

Doch egal wo in der Stadt man auch solche Abstellanlagen findet: Es gibt stets eine Menge x von Rädern, die sich, nicht nur subjektiv betrachtet, erkennbar an rostigen Ketten und Müll und Laub in den Fahrradkörben, niemals von diesem Standort weg bewegen.
Dazu kommt noch die Menge y von Rädern, die – immerhin – nur im Frühling/Sommer immer an diesen Bügeln stehen und, nachdem sie im Frühling/Sommer nicht oder sehr wenig bewegt wurden, irgendwann im Herbst in die Keller verschwinden.
Beliebt ist dabei vor allem die Variante mit Kindersitz.

Gerade im Sommer ist es dann, mit den immerhin auch benutzten, Kinderrädern dann so voll, dass Alltagsradler dort oft keinen Platz mehr finden um das Rad mal für ein paar Minuten oder auch mal über Nacht anzuschließen. Da bleibt nur der tägliche Weg in den Fahrradkeller.

Merkwürdiger Umgang mit dem Eigentum

Für mich ist das vor allem eine merkwürdige Form vom Umgang mit dem eigenen Eigentum, der zwar vielleicht auch ein wenig von den Autobesitzern angeregt wird, die ihr Eigentum auch am liebsten dauerhaft auf der Straße stehen lassen.
Trotz voll vermieteter Siedlung sind Stellplätze in der Tiefgarage noch immer zu haben, Parkplätze auf der Straße nur an den am weitesten von den Hauseingängen entfernten Orten.

Doch immerhin gibt es da ja einen Unterschied: Das Auto bekommt man nun mal tatsächlich nicht in den Keller oder in die Wohnung.
Fahrräder schon.

Auch Fahrräder haben ja einmal Geld gekostet, werden aber von vielen Menschen in der Bewusstseinskette ihres Eigentum aber offenbar sehr weit hinter Dingen wie Auto, Smartphone, CoffeeToGo oder Schuhen eingeordnet.

Würdest Du dein Smartphone, bei dem wir uns ja immerhin in ähnlichen Kostenregionen bewegen wie mit den meisten Fahrrädern, ganzjährig auf dem Balkon liegen lassen? Siehste.

Sneaker werden poliert, sobald nur ein Stäubchen sie berührt, aber das eigene Rad darf draußen vor sich hin rosten…

Der innere Schweinhund

Es ist wohl eher der innere Schweinehund (um jetzt nicht Ignoranz oder Faulheit sagen zu müssen) der dazu führt:
Es ist eine tolle Idee, wenn ihr im Frühjahr entscheidet, man könnte mal/öfter/regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit/das Kind in die Kita/ins Grüne fahren! Ich unterstütze das ausdrücklich!

Wenn ihr aber sehr schnell/bald/meistens bemerkt, dass ihr dazu dann doch keine Lust habt, dann stellt euren Kram doch bitte einfach wieder in den Keller/Fahrradkeller zu den anderen guten Ideen, wie etwa der Hantelbank, Küchenmaschine oder der Fitnessmatte! Danke!

Radfahrende Menschen fänden das nämlich toll und müssten nicht jeden Abend/Jeden Tag über ihre faulen Nachbarn nachdenken.

Wenn ich mein Rad aus irgendwelchen Gründen mehr als 24 Stunden nicht brauche, steht es spätestens genau dann im Fahrradkeller.
Soviel, finde ich, bin ich meinem Fahrzeug schuldig…

Übrigens: Die Räder auf dem Titelbild stehen noch immer genauso da, wie ich sie vor ein paar Wochen fotografiert habe.
Exakt genauso. Zwischendurch stand ein anderes Fahrrad am freien Bügel, dass wurde allerdings bewegt.
Die anderen sind definitiv nicht bewegt worden. Hier liegt heute aktuell halt nur Schnee auf den Rädern.

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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